Wie funktioniert MCP

Wer macht hier eigentlich was?

MCP hat eine klare Struktur: drei Beteiligte mit festen Rollen, drei Arten von Verbindungen und einen Ablauf, der bei jeder Anfrage gleich funktioniert. Hier erfahren Sie, wie die Teile zusammenspielen, verständlich und mit etwas mehr Tiefe für alle, die es genauer wissen wollen.

Pixel-Art-Szene in einer Werkstatt: An der Wand hängt der Bauplan eines Roboterarms, derselbe Arm steht daneben in echt. Eine Glühbirne (für die KI) hält das Kabelende in der Hand und studiert den Plan, eine Eule (für die Nutzerin) schaut mit. Erst lesen, was ein Werkzeug kann, dann verbinden.

Stand · 27. Oktober 2026Lesezeit 12 Min

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Der Unterschied

Was sieht eine KI ohne MCP, und was mit MCP?

Ohne MCP hat eine KI nur zwei Dinge: was sie beim Training gelernt hat, und was Sie ihr gerade in den Chat hineinkopieren. Sie kennt allgemeines Wissen, aber nicht Ihren Kalender von morgen und nicht Ihre Notiz von letzter Woche. Also gibt sie allgemeine Ratschläge.

Mit MCP kann dieselbe KI zur Laufzeit bei einer Quelle nachschlagen. Und wenn Sie es freigeben, etwas auslösen. Über eine gemeinsame Verbindung. Aus dem allgemeinen Ratschlag wird Arbeit an Ihrem echten Kalender, Ihren echten Notizen.

Wichtig: Die KI wird dadurch nicht schlauer. Sie bekommt nur Zugang. Nicht mehr Verstand, nur mehr Reichweite.

Dieselbe Bitte an die KI:

Heute
Bereite mein Meeting morgen vor.

Ohne MCP

Für ein gutes Meeting sollten Sie vorab die Tagesordnung prüfen, die wichtigsten Unterlagen bereitlegen und sich überlegen, welche Fragen offen sind.

Mit MCP

Ihr Termin morgen um 9 Uhr heisst Quartalszahlen und dauert eine Stunde. Drei Personen sind eingeladen. In Ihren Notizen vom letzten Treffen steht eine offene Frage zur Lieferantenrechnung. Soll ich die zusammenfassen?

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Einordnung

Ohne MCP

Allgemeine Ratschläge. Die KI kennt Ihr Meeting nicht. Sie arbeitet nur mit dem, was sie beim Training gelernt hat, plus dem, was Sie gerade in den Chat tippen.

Mit MCP

Dieselbe Frage, aber die KI hat zur Laufzeit in Ihrem echten Kalender und Ihren echten Notizen nachgeschlagen. Das Nachschlagen dauert ein paar Sekunden länger, weil die KI erst die Quelle fragt und dann antwortet.

Im Alltag spürt man das: Ohne Verbindung sind Sie selbst die Brücke. Sie kopieren aus der Mail in die KI, aus der KI ins Dokument, aus dem Dokument in den Kalender.

Manche KI-Anwendungen bieten dafür bereits eigene Lösungen an: ChatGPT hat GPTs und Connected Apps, Claude hat Integrationen, Gemini hat verbundene Apps. Diese Verbindungen funktionieren, aber nur innerhalb der jeweiligen Anwendung. Was in ChatGPT läuft, existiert in Claude nicht, und umgekehrt.

MCP ist der gemeinsame Standard, der festlegt, wie solche Verbindungen gebaut sein müssen. Wird ein Werkzeug einmal über MCP angeboten, funktioniert es mit jeder KI-Anwendung, die MCP spricht.

Die Rollen

Drei Beteiligte, drei Aufgaben

Bei einer MCP-Verbindung sind drei Beteiligte im Spiel. Jeder hat genau eine Aufgabe.

MCP-Host

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MCP-Host

Die Anwendung, in der Sie arbeiten: Claude Desktop, ChatGPT oder Cursor. Der Host nimmt Ihre Fragen entgegen, zeigt Ihnen die Antwort und verwaltet die Verbindungen zu MCP-Servern.

Im Innern des Hosts steckt ein Baustein, der jede Anfrage in das MCP-Format bringt und an den richtigen MCP-Server weiterleitet. Sie sehen diesen Baustein nicht, aber ohne ihn kommt keine Verbindung zustande.

Sprachmodell

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Sprachmodell

Das KI-Modell, das Ihren Text verarbeitet. Es läuft nicht bei Ihnen, sondern auf den Servern des Anbieters, bei ChatGPT zum Beispiel bei OpenAI.

Seine Aufgabe: erkennen, wann ihm eine Information fehlt, und die passende Funktion eines MCP-Servers auswählen. Es formuliert eine konkrete Anfrage und setzt das Ergebnis in eine lesbare Antwort zusammen.

MCP-Server

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MCP-Server

Ein eigenständiges Programm, das Daten oder Aktionen bereitstellt. Es läuft entweder auf Ihrem Rechner oder bei einem Betreiber im Internet.

Jeder MCP-Server hat ein klar umrissenes Angebot: einer kennt Ihre Termine, ein anderer Ihre Notizen. Auf eine Anfrage gibt er nur das zurück, was gefragt war.

Die MCP-Spezifikation kennt noch eine vierte Rolle: den MCP-Client. Er ist der Baustein im Innern des Hosts, der die Verbindung zu jedem einzelnen MCP-Server hält und die Anfragen im richtigen Format weitergibt. Für das Verständnis von MCP spielt er keine Rolle, deshalb fassen wir ihn hier unter dem Host zusammen.

Woher weiss das Sprachmodell, was verfügbar ist? Beim Verbinden legt jeder MCP-Server dem Host eine Liste seiner Angebote offen: «Ich kann Termine nachschlagen.» «Ich kann eine Datei speichern.» Das Modell liest diese Liste und wählt im richtigen Moment den passenden Eintrag.

Ordnen Sie die Rollen zu und prüfen Sie, wer zusammengehört.

Tippen Sie eine Rolle an, dann ihre Beschreibung. Wer gehört zusammen?

Rolle

Beschreibung

Der Verbindungsaufbau

So lernt die Anwendung, was ein Server kann

Bevor der Host einen Server nutzt, fragt er ihn: Was kannst du? Der Server antwortet mit einer Übersicht seiner Fähigkeiten. In der aktuellen MCP-Spezifikation (Version 2026-07-28) heisst dieser Schritt Discovery.

Pixel-Art-Szene: Die Glühbirne (für die KI) sitzt an einem kleinen Bistrotisch. Der Roboterarm (für den MCP-Server) trägt ein Tuch über dem Arm wie ein Kellner und hält ihr eine Speisekarte hin. Darauf stehen drei Angebote als Bildzeichen: Kalender, Dokument, Lupe. Ein Kabel verbindet die beiden.
Wie im Restaurant: Bevor etwas bestellt wird, legt der Server seine Karte vor.
Claude DesktopKalender-Server

Wer bist du, und was kannst du? Ich bin Claude Desktop und spreche MCP in der Version 2026-07-28.

server/discover

Ich bin der Kalender-Server, Version 2.0. Ich spreche dieselbe MCP-Version. Ich biete Funktionen (Tools) und Datenquellen (Resources) an.

server/discover → Ergebnis

Danach weiss der Host, was der Server kann. Das Sprachmodell erfährt die Angebote über den Host und kann sie in seinen Antworten berücksichtigen.

Was genau ein Server anbieten kann, folgt im nächsten Abschnitt.

Was ein Server anbietet

Tools, Resources, Prompts

Beim Verbindungsaufbau meldet der Server, welche Arten von Angeboten er hat. MCP kennt drei Arten. In der Spezifikation und in den meisten Anleitungen werden dafür die englischen Begriffe verwendet.

Ein Vergleich macht die drei greifbar: eine Küche. Sie möchten etwas kochen, die KI hilft Ihnen dabei, und der MCP-Server ist die Küche. Er stellt bereit, was es zum Kochen gibt: Geräte, Vorrat und Rezepte. Bei jeder der drei Arten steht unten zuerst das Bild aus der Küche. Danach folgt ein echtes Beispiel aus dem Büro, rund um ein Meeting zu den Quartalszahlen.

Tools: Funktionen zum Handeln

Ein Tool ist eine Funktion, die das Sprachmodell aufrufen kann. Jedes Tool hat einen Namen, eine Beschreibung und eine Definition der Eingaben, die es braucht. Manche Tools lesen nur, andere verändern etwas.

In der Küche sind Tools die Geräte: der Backofen, der Mixer, das Wallholz. Jedes Gerät hat seine Einstellungen, beim Backofen etwa «180 Grad, 15 Minuten». Das sind die Eingaben, die ein Tool braucht. Welches Gerät wann zum Einsatz kommt, entscheidet die KI, so wie eine Köchin entscheidet, wann sie den Mixer braucht.

Pixel-Art-Szene in einer Küche: Auf der Arbeitsfläche stehen Wallholz, Schwingbesen, Küchenwaage und Küchenuhr. Der Roboterarm (für den MCP-Server) reicht der Glühbirne (für die KI), die eine Schürze trägt, einen Handmixer. Die Eule (für die Nutzerin) trägt eine Kochmütze und schaut zu.
Tools sind die Geräte der Küche. Welches gebraucht wird, entscheidet die KI.

Im Büro heisst das Gerät zum Beispiel «Termine nachschlagen» und gehört zu einem Kalender-Server:

HostKalender-Server

Welche Funktionen bietest du an?

tools/list

Ich biete zwei Funktionen an:

  • termine-nachschlagen: Termine für ein bestimmtes Datum suchen. Braucht: datum (Pflichtfeld).
  • termin-eintragen: Neuen Termin erstellen. Braucht: titel, datum, uhrzeit (alle Pflichtfelder).
tools/list → Ergebnis

Führe «termine-nachschlagen» aus mit datum = morgen.

tools/call

Termin um 9 Uhr, Titel «Quartalszahlen», drei Eingeladene.

tools/call → Ergebnis

Eine Kalendersuche ist ein lesendes Tool. «Termin eintragen» ist ein schreibendes Tool. Schreibende Tools brauchen in den meisten Anwendungen Ihre Bestätigung, bevor sie ausgeführt werden.

Resources: Daten zum Lesen

Eine Resource ist eine Datenquelle, die der Host lesen kann. Jede Resource hat einen Namen und eine Adresse. Resources sind im MCP-Standard immer lesend: die KI kann nachschlagen, aber nichts verändern.

In der Küche sind Resources der Vorrat: Mehl, Zucker, Eier, jedes Glas beschriftet. Die KI schaut nach, was da ist, und liest die Etiketten. Am Vorrat ändert das Nachschauen nichts.

Pixel-Art-Szene in einer Küche: Der Roboterarm (für den MCP-Server) reicht der Glühbirne (für die KI) ein verschlossenes Glas mit einem Mehl-Zeichen aus dem Vorrat. Die Eule (für die Nutzerin) trägt eine Kochmütze und schaut zu.
Resources sind der Vorrat. Die KI schaut nach, was da ist, und ändert nichts daran.

Im Büro sind es zum Beispiel die Notizen vom letzten Treffen, die ein Notizen-Server bereithält:

HostNotizen-Server

Welche Datenquellen hast du?

resources/list

Ich biete folgende Datenquellen an:

  • meeting-notes/quartalszahlen.md: Notizen vom letzten Quartalstreffen. Typ: Markdown.
  • meeting-notes/budget-2025.md: Budgetplanung 2025. Typ: Markdown.
resources/list → Ergebnis

Lies die Datei meeting-notes/quartalszahlen.md.

resources/read

Inhalt: «Offene Frage zur Lieferantenrechnung. Nächster Schritt: Angebot bis Freitag einholen.»

resources/read → Ergebnis

Prompts: Vorlagen für wiederkehrende Aufgaben

Ein Prompt ist eine vorgefertigte Vorlage, die der MCP-Server bereitstellt. Nicht dasselbe wie Ihre Eingabe im Chat: ein Prompt ist eine Anleitung, die das Modell für eine bestimmte Aufgabe vorbereitet. Manche Prompts brauchen Eingaben von Ihnen.

Hier wählt nicht das Sprachmodell aus, sondern Sie. Der Host fragt die Liste der Vorlagen beim Server ab und zeigt sie Ihnen an, je nach Anwendung in einem Menü, als Knopf oder über einen Schrägstrich im Eingabefeld. Erst wenn Sie eine davon auswählen, holt der Host sie beim Server.

In der Küche sind Prompts die Rezeptkarten. Die Küche hat sie bereit, Sie wählen eine aus: «Zopf backen, für vier Personen». Die KI hält sich dann an die Schritte auf der Karte. Das Rezept suchen Sie aus, nicht die KI.

Pixel-Art-Szene in einer Küche: Der Roboterarm (für den MCP-Server) reicht der Glühbirne (für die KI) eine Rezeptkarte mit einem Zopf. Die Eule (für die Nutzerin) mit Kochmütze zeigt auf die Karte, die sie ausgewählt hat.
Prompts sind die Rezeptkarten. Welches Rezept es sein soll, entscheiden Sie.

Im Büro ist es zum Beispiel eine Vorlage, die ein Meeting vorbereitet:

HostMeeting-Server

Welche Vorlagen hast du?

prompts/list

Ich biete eine Vorlage an:

  • meeting-vorbereiten: Fasst Notizen zusammen und listet offene Punkte auf. Braucht: thema.
prompts/list → Ergebnis

Gib mir die Vorlage «meeting-vorbereiten» für thema = Quartalszahlen.

prompts/get

Vorlage: «Fasse die Notizen zum Thema Quartalszahlen zusammen. Liste alle offenen Punkte und Fälligkeiten auf.»

prompts/get → Ergebnis

Vorlagen sind damit vor allem eine Hilfe für Sie. Ein Tool ruft das Sprachmodell von sich aus auf. Eine Vorlage liegt bereit, bis Sie sie auswählen. Das erspart Ihnen, eine wiederkehrende Aufgabe jedes Mal neu zu formulieren.

In der Praxis sind die meisten funktionierenden Verbindungen heute lesend: die KI schlägt nach. Aktionen, die etwas verändern, etwa einen Termin eintragen oder eine Mail senden, brauchen in den meisten Anwendungen eine Bestätigung von Ihnen.

Es gibt auch die umgekehrte Richtung: Manchmal braucht ein MCP-Server eine Angabe von Ihnen, bevor er weiterarbeiten kann. Zum Beispiel einen Benutzernamen zur Anmeldung oder eine Auswahl zwischen mehreren Optionen. Diesen Vorgang nennt die Spezifikation Elicitation. Der MCP-Server schickt eine Rückfrage an den Host, die Anwendung zeigt sie Ihnen, Sie antworten, und der Server fährt fort. Wie sich das anfühlt, können Sie am Demo-Server dieser Seite auslösen: MCP ausprobieren.

Das vollständige Bild, wer wann was sieht, steht auf der Seite zur Sicherheit und zum Datenschutz.

Schritt für Schritt

Was passiert, wenn Sie die KI etwas fragen?

Setzen wir die Teile in Bewegung. Sie bitten die KI: «Bereite mein Meeting morgen vor.» Was aussieht wie eine einzige Antwort, sind in Wahrheit mehrere kleine Schritte hintereinander.

  1. Sie fragen. Im MCP-Host tippen Sie Ihre Bitte ein. Das Sprachmodell erkennt, dass ihm etwas fehlt: Ihr Termin von morgen. Ohne diese Information bliebe nur ein allgemeiner Ratschlag.
  2. Das Modell wählt eine Funktion. Aus der Liste, die der Kalender-Server beim Verbinden offengelegt hat, passt ein Eintrag: «Termine nachschlagen.» Das Modell formuliert eine konkrete Anfrage: «Welche Termine stehen morgen an?»
  3. Der Host leitet weiter. Er bringt die Anfrage in das MCP-Format und schickt sie an den Kalender-Server. Der Server sieht nur diese eine Frage. Nicht Ihr übriges Gespräch, nicht andere Server.
  4. Der MCP-Server antwortet. Der Kalender-Server schlägt nach und gibt zurück, was gefragt war: Termin um 9 Uhr, Titel Quartalszahlen, drei Eingeladene. Nicht den ganzen Kalender, nur den passenden Ausschnitt.
  5. Das Modell ordnet. Es liest die Antwort und fragt bei Bedarf einen zweiten MCP-Server, etwa Ihre Notizen vom letzten Treffen. Dann fügt es alles zu einer Antwort zusammen.
  6. Vor einer Handlung werden Sie gefragt. Das Nachschlagen lief ohne Rückfrage. Soll die KI aber etwas eintragen oder verschicken, hält die Anwendung in der Regel an und wartet auf Ihr Ja.

Der rote Faden: Es gibt keinen grossen Datenabzug. Es sind viele gezielte Anfragen, jede mit einer kleinen Antwort. Das Modell setzt zusammen, was die Server liefern. Und die Kontrolle über den letzten Schritt behalten Sie.

Die ehrliche Frage

MCP oder API: Was ist der Unterschied?

KI mit Werkzeugen zu verbinden war auch vorher möglich. Viele Programme bieten dafür eine API an, eine Schnittstelle, über die andere Programme sie bedienen können. Jede API ist aber anders gebaut, und jede KI-Anwendung brauchte für jede davon eine eigene Anbindung.

MCP ersetzt die API nicht. Ein MCP-Server nutzt im Hintergrund oft genau diese API. MCP regelt den Teil davor: wie die KI-Anwendung erfährt, was ein MCP-Server anbietet, und wie sie es aufruft. Darum funktioniert dieselbe Verbindung in verschiedenen KI-Anwendungen, ohne dass jemand sie jedes Mal neu baut. Was MCP dabei bewusst nicht leistet, steht auf der Seite Was MCP nicht ist.

Noch tiefer

Und wenn ich es ganz genau wissen will?

Die MCP-Rollen und Verbindungsarten haben Sie jetzt kennengelernt. Wer die technische Spezifikation dahinter sehen möchte, findet die Einstiegspunkte in der folgenden Box. Alle anderen können hier aufhören.

Was das im Alltag heisst → · Welche MCP-Server es gibt → · Häufige Fragen →

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